Die Geschichte des Chilestägli in Arth


Chilestägli - Brot seit 1842

Wenn heute, in unserer schnelllebigen Zeit, eine Firma seit über 170 Jahren besteht, ist das sicher nichts Alltägliches. Noch ungewöhnlicher aber ist es, wenn das Geschäft seit sechs Generationen im Besitze der gleichen Familie ist.


Aus der Familienchronik

Die erste Generation: Im Jahre 1842 kaufte Franz Felchlin-Zay die Liegenschaft und gründete die Bäckerei und Wirtschaft Chilestägli. Nach 24 Jahren (1866) übergab er das Geschäft seinem ältesten Sohn Josef.

Die zweite Generation: Josef Felchlin-Fassbind geb. 1833, leitete das Chilestägli 34 Jahre lang bis 1900. In diesem Jahr übergab er es an seinen Sohn.

Die dritte Generation: Josef Felchlin-Kamer übernahm als 25-jähriger die Bäckerei und Wirtschaft. Leider verstarb er viel zu früh im Jahre 1920. Seine Frau Rosa Felchlin-Kamer führte mit ihrem Sohn Josef das Geschäft weiter.

Die vierte Generation: Josef Felchlin-Meier, geb. 1901, leitete das Chilestägli 47 Jahre. Mit viel Fleiss und Umsicht arbeitete er mit seiner Gattin Marie im Chilestägli. Im Jahre 1967 übergab er das Geschäft seinem Sohn Jörg.

Die fünfte Generation: Jörg Felchlin-Keiser, geb. 1935, übernimmt das Geschäft nach 125-jährigem Bestehen. 25 Jahre führten Jörg und Berta Felchlin-Keiser die Bäckerei-Konditorei und das Restaurant, bis zum Jahr 2000.

Die sechste Generation: Im Jahr 2000 übernehmen Josef Felchlin (geb. 1968) und seine Frau Gaby Kwasnitschka (geb. 1964) das Chilestägli. Seit 2007 sind auch sein Bruder Zeno Felchlin (geb. 1976) und seine Frau Carmen Felchlin-Schatt (geb. 1979) als Teilhaber ins Geschäft eingestiegen.


Das Chilestägli im Laufe der Zeit

Seit 1842 Franz Felchlin-Zay das Chilestägli kaufte, tat sich recht vieles im Dorfe Arth. Immer wurde von der Familie Felchlin grossen Wert darauf gelegt, mit der Entwicklung Schritt zu halten und sich der Zeit anzupassen.
Auch in der Backstube hat die Technik gar manches verändert. 80 Jahre lang tat zum Beispiel ein Holzofen mit direkter Feuerung brav seinen Dienst. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er durch einen Dampfbackofen ersetzt. 1947 musste er weichen, und die Elektrizität hielt Einzug in die modernisierte Backstube. Doch im Laufe der Jahre wurde der Platz knapp. 1974 wurde die Backstube erweitert und modernisiert. 1991 wurde die Kühlanlage erneuert und vergrössert. Das Restaurant wurde 1993 zu einer Wohnung umgebaut. 2007 wurden die Bäckerei und der Laden total umgebaut, vergrössert und modernisiert. Heute besteht das "Chilestägli"-Team aus 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Trotz des Angebots von modernen Maschinen und Apparaten ist es heute noch unumgänglich, den grössten Teil der verschiedensten Arbeitsvorgänge von Hand zu verrichten. Es gibt kaum ein Gewerbe, wo noch so viel Handarbeit nötig ist, um knuspriges Brot und ofenfrische Gipfeli, geschmackvolle Torten und Patisserie, feines Konfekt und Pralinées herzustellen.

Das Verkaufsangebot hat sich natürlich im Laufe der Jahrzehnte ebenfalls stark verändert. Viele Spezialitäten wurden verfeinert oder sind neu dazugekommen. Zwei eigentliche "Renner"gibt es aber bereits seit mehr als 80 Jahren im "Chilestägli": 1924 begann Josef Felchlin-Meier mit der Herstellung der weit bekannten Kirschtorten, und ein Jahr später brachte er die "Rigi-Tüüfel"auf den Markt, die ebenfalls heute noch sehr beliebt sind.